10 Jahre, 10 Geschichten

Seit 10 Jahren engagiert sich CHC in Kenia.
10 Porträts von CHC-Schützlingen und -Unterstützern illustrieren die Arbeit des Vereins

Erzählen ihre Geschichte: Moses Mbugua, Joyce Mathani und Charles Muigai

Vor zehn Jahren haben Piloten von Lufthansa Cargo und Ärzte aus Deutschland Cargo Human Care gegründet. Seitdem ist der Verein stetig gewachsen und leistet unbürokratische und nachhaltige Hilfe für Menschen in Not in Kenia. Zum Jubiläum hat CHC eine Broschüre herausgebracht, die zehn Geschichten von zehn Menschen erzählt, die mit Cargo Human Care eng verbunden sind. Das sind diejenigen, die durch CHC eine zweite Chance bekamen und ihren Lebensweg fanden, wie Moses Mbugua, 23, der sich nach seiner Zeit im Mothers‘ Mercy Home und in der John Kaheni Residence als Tischler selbstständig gemacht hat. Aber es sind auch jene, die CHC unterstützen und möglich machen, wie Orientierungshelfer Charles Muigai oder Zahnarzt Jürgen Ziegler.

Broschüre und Kaffeetassen gegen Spendenbeitrag

Drei Porträts stellen wir hier vor, alle zehn finden Sie in unserer Jubiläumsbroschüre, die sie hier bei uns bestellen können.
Auch erfahren sie, wo sie auf dem Lufthansa Cargo Gelände in Frankfurt selber abgeholt werden kann.
Alle Einnahmen gehen komplett an CHC.

Moses Mbugua, 23, hat sich als Tischler selbstständig gemacht

Mit Holz zu arbeiten war mein Traum, und ich habe ihn verwirklicht: Ich besitze eine Tischlerei. Nebenher unterrichte ich für Cargo Human Care Kinder aus dem Mothers’ Mercy Home im Handwerken und übernehme Reparaturen. Warum ich das mache? Weil ich etwas zurückgeben will! Ich habe meinen Vater nie kennengelernt, an meine Mutter kann ich mich nicht erinnern. Als ich sechs Jahre alt war, habe ich im Mothers’ Mercy Home zum ersten Mal eine Heimat gefunden. Die Mitarbeiter dort sind für mich wie Eltern. In einem Summercamp des Heims habe ich die Leute von Cargo Human Care kennengelernt. Das werde ich nie vergessen: Sie haben mich ermutigt, das mit dem Handwerken ernst zu nehmen. Bis dahin hatte mir das einfach nur Spaß gemacht. Ich hatte keine Vorstellung davon, dass das ein echtes Talent ist und dass daraus eine Karriere werden könnte. Ich habe dann einen Abschluss als Tischler gemacht. Anschließend durfte ich mit einem Stipendium von Cargo Human Care in die John Kaheni Residence ziehen und Kurse belegen, die mich aufs Berufsleben vorbereitet haben. Jetzt habe ich tatsächlich mein eigenes Business! Und ich bin ja nicht der Einzige. Man kann wirklich sagen: Das Mothers’ Mercy Home und die John Kaheni Residence bereichern alle – uns Kinder und Jugendliche ebenso wie die Mitarbeiter. Wer dort aufgenommen wird, der hat eine Zukunft!

Joyce Mathani, 10, träumt vom Fliegen

Mein allergrößter Wunsch ist es, einmal zu fliegen.
Das muss toll sein, über den Wolken zu schweben und alles von oben zu sehen. Wenn ich groß bin, will ich Stewardess werden. Meine Eltern haben Obst verkauft. Mein kleiner Bruder heißt Charles und ist drei Jahre alt. Ich spiele gern Verstecken mit ihm. Hier im Mothers’ Mercy Home freue ich mich am meisten, wenn ich irgendwo helfen kann. Zum Beispiel wenn wir die Bohnen fürs Essen waschen, bevor es morgens zur Schule geht. Hier ist es echt toll! Wenn ich mal krank bin, kann ich ins Medical Centre gehen, dann bin ich schnell wieder gesund. Am liebsten esse ich Sossi Soya. Das gibt es hier in Kenia überall, weil hier die Soja-Bohnen wachsen. Soll ich dir zeigen, wie man Sossi Soya kocht? Echt lecker! Ich helfe auch gern beim Waschen unserer Schuluniformen. Im Fernsehen mag ich am liebsten Tom und Jerry – und Justin Bieber. Und in der Schule Mathe. Das kann ich richtig gut. Religionsunterricht und die Gottesdienste mag ich auch. Aber am besten ist es, wenn ich Geburtstag habe und einen großen Geburtstagskuchen bekomme. Dann singen wir alle zusammen. Oder wenn ich mit meinem Onkel James Fußball spielen kann. Später möchte ich ein großes Haus in Ruaka haben. Die Erwachsenen von Cargo Human Care finde ich super: Dr. Berger, Fokko, Gerhard, Kerstin und Sieglinde vom Summercamp sind echt nett. Vielleicht nimmt mich Fokko ja mal auf einen Flug mit, das wäre superschön.

Charles Muigai, 33, gibt Kindern ein Ziel für ihr Leben

Auch wenn meine sechs Geschwister und ich oft barfuß zur Schule gehen mussten – uns ging es nicht schlecht. Denn wir hatten einen Vater und eine Mutter, die für uns da waren. Vater sicherte uns allen als Lehrer und später als Finanzmanager ein bescheidenes Auskommen. Und viel wichtiger: Er zeigte uns, wie wichtig es ist, Ziele zu haben und einen Abschluss zu machen. Alle meine Schwestern und Brüder haben einen guten Beruf ergriffen oder studieren noch. Wie schwierig es für Kinder ist, ohne Mutter oder Vater eine Richtung für ihr Leben zu finden, erleben wir im Mothers’ Mercy Home jeden Tag. Heute gibt es viel mehr Waisen als noch in meiner Kindheit. HIV nimmt vielen Kindern ihre Eltern. Kinder und vor allem Jugendliche müssen etliche wichtige Entscheidungen für ihr Leben treffen. Dafür brauchen sie Orientierungshilfen. Und die versuchen die anderen Mitarbeiter und ich zu geben. Es ist ein großes Glück zu sehen, wie sich durch den Einsatz von Cargo Human Care nicht nur die räumlichen Voraussetzungen stetig verbessern, sondern vor allem, wie gut sich die Kinder hier entwickeln. Ich habe selbst noch keine Kinder, aber so wie mein Vater es bei mir getan hat, versuche nun ich, den Kindern und Jugendlichen im Mothers’ Mercy Home und der John Kaheni Residenz zu zeigen, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen. Nur so werden sie später für sich selbst und andere Verantwortung übernehmen können.